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Glasarten verstehen

Glasart erkennen: Stempel und Kanten

Welche Glasart in Ihrem Fenster oder Ihrer Tür steckt, verrät sich oft durch kleine Zeichen: einen Stempel in der Ecke, den Blick auf die Kante oder das Spiegelbild einer Lampe. Wer diese Hinweise zu lesen weiß, kann der Glaserei brauchbare Fotos und Angaben liefern.

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Fensterflügel mit Isolierglasscheibe auf der Werkbank einer Glaserei

Der Eckstempel als wichtigster Hinweis

  • Die meisten Scheiben tragen in einer Ecke einen kleinen eingeätzten oder aufgedruckten Stempel. Er nennt je nach Ausführung die Glasart, den Aufbau und die Prüfzeichen der Einheit. Bei Isolierglas steht er oft am Rand einer der Außenlagen. Ohne Lupe wirkt er unscheinbar, im Streiflicht sieht man ihn aber gut.

  • Typische Kürzel stehen für bestimmte Sorten: ESG für thermisch vorgespanntes Einscheiben-Sicherheitsglas, VSG für Verbundsicherheitsglas. Zahlenfolgen geben Dicken an, meist in Millimetern. Einzelne Zeichen betreffen die Prüfung oder Herkunft. Was jede Zeile bedeutet, muss man nicht selbst deuten, denn die Glaserei liest den Stempel ohnehin ab.

  • Wichtiger als das Entschlüsseln ist ein gutes Foto. Gehen Sie nah heran, halten Sie die Kamera ruhig und fotografieren Sie bei Tageslicht aus verschiedenen Winkeln, damit sich die Schrift abhebt. Ein zweites Bild mit der gesamten Scheibe zeigt, wo der Stempel sitzt. Ein Lineal im Bild gibt die Größe vor.

Kanten und Bruchbild lesen

  • Ist die Scheibe noch heil, hilft der Blick auf die Kante, auch wenn sie teils im Falz verborgen liegt. Bei Verbundsicherheitsglas sieht man als dünne helle oder milchige Linie die Folie zwischen den Lagen. Bei Isolierglas zeigen sich mehrere Scheiben mit einem dunkleren Streifen des Abstandhalters am Rand.

  • Nach einem Bruch verrät das Bruchbild viel. Grobe, scharfkantige Scherben deuten auf normales Floatglas hin. Ein feines Krümelmuster ohne spitze Stücke zeigt ESG, wie im Ratgeber Einscheiben-Sicherheitsglas beschrieben. Ein Netz aus Rissen bei weiterhin geschlossener Fläche spricht für Verbundglas, dessen Folie die Stücke hält. Notieren Sie, was Sie sehen, und fassen Sie nichts an.

  • Lose Stücke fassen Sie nur mit robusten Handschuhen an, und Teile, die im Rahmen stecken, bleiben dort. Ziehen Sie keine Splitter heraus, nur um die Kante besser zu sehen. Ein Foto aus Abstand genügt in der Regel, und die Glaserei sieht am Objekt deutlich mehr als jede Beurteilung aus der Ferne.

Passt das zu Ihrem Schaden? Anrufen.01579 2842369

Spiegelbild und Lichtprobe bei intakten Scheiben

Mit einer kleinen Lampe lässt sich die Zahl der Scheiben feststellen. Halten Sie das Licht schräg zur Scheibe und beobachten Sie die Spiegelungen. Jede Glasfläche erzeugt ein eigenes Spiegelbild, bei zwei Scheiben ergeben sich meist vier, bei drei Scheiben sechs. So unterscheiden Sie Doppel- von Dreifachverglasung, ohne den Rahmen zu öffnen.

Was die Glaserei mit Ihren Angaben anfängt

  1. Je genauer die Angaben, desto gezielter kann sich die Glaserei auf den Termin einstellen. Stempelfoto, Maße, Einbauort und ein Bild des Schadens genügen oft, um die Ersatzscheibe einzugrenzen. Offene Punkte klärt sie beim Termin und nimmt dabei das Aufmaß. Ihre Fotos ersetzen diese Messung nicht, sie ergänzen sie.

  2. Besonders wichtig sind die Angaben bei Sicherheitsglas, Schallschutz und Wärmeschutz, weil die Ersatzeinheit dieselben Eigenschaften haben soll wie die zerstörte Scheibe. Wie Sie den Schaden sinnvoll dokumentieren, erklärt der Ratgeber Glasschaden fotografieren und auflisten. Dasselbe Material dient auch der Information an die Versicherung, sodass Sie nichts doppelt festhalten müssen.

  3. Ist unklar, was verbaut ist, bleibt das kein Hindernis. Die Glaserei kann Aufbau und Dicke vor Ort messen. Ihre Angaben helfen aber, Rückfragen zu vermeiden und die provisorische Absicherung gezielt zu wählen. Die Seite Glasaustausch beschreibt, wie es nach dem Aufmaß mit der neuen Scheibe weitergeht.

Fotos und Notizen für die Glasbestimmung

  • Eckstempel bei Tageslicht aus nächster Nähe fotografieren.

  • Gesamte Scheibe samt Rahmen von innen und außen ablichten.

  • Zahl der Spiegelbilder einer Lampe zählen und notieren.

  • Bruchbild aus Abstand festhalten, ohne Stücke herauszuziehen.

  • Einbauort und ungefähre Maße vom Boden aus notieren.

Antworten auf häufige Fragen

  1. Was bedeutet das Kürzel im Stempel?

    Kürzel nennen die Glasart, zum Beispiel ESG für vorgespanntes oder VSG für Verbundglas, dazu Dicken und Prüfzeichen. Welche Bedeutung jede Zeile hat, ist für Laien nicht entscheidend. Wichtig ist ein lesbares Foto, das die Glaserei auswerten kann. Sie liest den Stempel beim Aufmaß ohnehin ab.

  2. Was tun, wenn ich keinen Stempel finde?

    Nicht jede Scheibe trägt einen sichtbaren Stempel, und manchmal ist er unter der Dichtung verborgen. Suchen Sie nicht weiter und rufen Sie an. Die Glaserei misst Dicke und Aufbau vor Ort und kann auch an der Kante und am Bruchbild erkennen, welche Glasart vorliegt.

  3. Reicht es, die Maße des Fensters zu kennen?

    Für eine erste Einschätzung ja, für die Bestellung nicht. Die Ersatzscheibe muss auf den Falz passen, und Dicke, Aufbau und Beschichtung müssen stimmen. Deshalb nimmt die Glaserei das Aufmaß selbst. Ihre Angaben sparen Rückfragen, ersetzen die genaue Messung aber nicht.

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