Glasschaden fotografieren und auflisten
Gute Fotos und eine klare Liste erleichtern jedes Gespräch mit der Versicherung. Entscheidend ist die Reihenfolge, denn aufgeräumte Räume lassen sich schlecht belegen. Hinzu kommt die Frage, welche Bilder sinnvoll sind, was notiert wird und wie man Splitter und Bruchkanten meidet.

Erst fotografieren, dann aufräumen
Der Zustand direkt nach dem Schaden ist Ihr wichtigster Beleg.
Sobald Sie ihn verändern, lässt sich nur noch schwer nachweisen, wie es aussah. Legen Sie deshalb Handfeger und Schaufel zunächst beiseite und greifen Sie zum Telefon. Wenige Minuten für die Bilder ersetzen später lange Erklärungen am Telefon oder per Brief, und sie halten fest, was sonst in Vergessenheit gerät.
Fotografieren Sie nur aus sicherem Abstand. Treten Sie nicht in Splitter, beugen Sie sich nicht über Bruchkanten und lehnen Sie sich nicht an den Rahmen. Wer feste Schuhe trägt und die Kamera ruhig hält, bekommt bessere Bilder als jemand, der hektisch zwischen Scherben herumsteigt und dabei selbst zu Schaden kommt.
Welche Aufnahmen die Lage verständlich machen
Beginnen Sie mit einer Übersicht, die den ganzen Raum oder die ganze Fassade zeigt. Daran erkennt man, wo sich das beschädigte Fenster befindet und wie groß die Öffnung im Verhältnis zur Wand ist. Machen Sie lieber zu viele als zu wenige Bilder, denn überzählige lassen sich später mühelos aussortieren. Achten Sie auf gutes Licht und vermeiden Sie Blitzreflexe auf dem Glas.
Danach folgen Nahaufnahmen vom Schaden selbst. Zeigen Sie die Bruchkanten, den Rahmen, die Dichtung und eventuelle Kratz- oder Hebelspuren. Als Größenvergleich eignet sich ein danebengelegter Zollstock oder ein bekannter Gegenstand, ohne die Bruchstelle zu berühren. Fotografieren Sie jede Stelle einmal von vorn und einmal schräg, damit der Verlauf sichtbar wird.
Nicht vergessen sollten Sie die Folgeschäden. Splitter auf Möbeln, Nässe auf dem Parkett, verbogene Jalousien oder beschädigte Vorhänge gehören ebenfalls ins Bild. Auch eine Aufnahme der Außenseite hilft, etwa wenn ein Ast, ein Ball oder ein Stein die Ursache war. So entsteht ein Gesamtbild, das ohne mündliche Erläuterung verständlich ist. Bilder vom Gehweg oder Hof zeigen zudem, wo Splitter gelandet sind.
Lieber eine Glaserei fragen? Rufen Sie an.01579 2842369
Die Liste, die zu den Bildern gehört
Ein Foto sagt viel, aber nicht alles. Ergänzen Sie die Bilder um eine einfache Liste. Notieren Sie, welche Scheibe betroffen ist, in welchem Raum sie sitzt und was Sie über Alter und Art wissen, etwa Isolierglas oder Einfachglas. Wie sich die Glasart erkennen lässt, erklärt der Beitrag Glasart erkennen: Stempel und Kanten. Ein Foto des Typenschilds am Falz hilft ebenfalls, sofern es lesbar ist.
Halten Sie außerdem fest, wann Sie den Schaden bemerkt haben, was vermutlich die Ursache war und wer ihn zuerst gesehen hat. Bei einem Einbruch schreiben Sie auf, was fehlt oder beschädigt wurde. Geben Sie dort nur an, was Sie sicher wissen, und markieren Sie Vermutungen ausdrücklich als solche.
Sinnvoll ist es, jedem Eintrag die passende Bilddatei zuzuordnen, zum Beispiel mit der laufenden Nummer im Dateinamen. Maße schreiben Sie nur auf, wenn Sie dafür kein Glas und keine Kante berühren, etwa am Rahmen von innen. Das genaue Aufmaß für die neue Scheibe nimmt später die vermittelte Glaserei vor Ort.
Versicherung informieren und Beleg aufbewahren
Informieren Sie Ihre Versicherung, sobald Bilder und Liste vorliegen. Schildern Sie, was passiert ist, und legen Sie die Unterlagen bei. Fragen zur Leistung stellen Sie direkt dort.
Das gehört in Ihre Dokumentation
Übersichtsfoto vom Raum oder der Fassade aus sicherem Abstand aufnehmen.
Nahaufnahmen von Bruchkanten, Rahmen und Dichtung machen, ohne etwas zu berühren.
Folgeschäden an Möbeln, Boden und Vorhängen mitfotografieren.
Liste mit Scheibe, Raum, Entdeckungszeitpunkt und vermuteter Ursache anlegen.
Bilder zusätzlich auf einem zweiten Speicherort sichern.
Antworten auf häufige Fragen
Reichen Handyfotos für die Versicherung aus?
Handyfotos genügen in der Regel, wenn sie scharf sind, den Schaden und den Raum zeigen und das Aufnahmedatum erkennbar ist. Wichtig sind Übersicht und Nahaufnahme. Bewahren Sie die Originaldateien auf und schicken Sie nicht nur verkleinerte Kopien, damit Details später noch lesbar bleiben.
Was, wenn ich vor dem Fotografieren schon Splitter entfernt habe?
Das kommt vor und ist kein Drama. Halten Sie den jetzigen Zustand fest und notieren Sie, was Sie bereits verändert haben. Fotografieren Sie auch den Karton mit den gesammelten Scherben. Ehrliche Angaben zum Vorgehen sind hilfreicher als der Versuch, den ursprünglichen Zustand nachzustellen.
Sollte ich die kaputte Scheibe aufbewahren?
Bewahren Sie Reste nicht auf eigene Faust auf und holen Sie nichts aus dem Rahmen. Sprechen Sie mit Ihrer Versicherung, ob Teile der Scheibe gebraucht werden. Wenn ja, klären Sie mit der Glaserei, wie diese Teile sicher verpackt und übergeben werden, ohne dass sich jemand verletzt.