Wintergarten und Glasdach nach Schaden
Ein Hagelschlag, ein herabgefallener Ast oder ein Sprung im Glasdach verlangt Vorsicht, denn über dem Raum hängt Glas. Der Raum darunter bleibt gesperrt, und es wird nichts weggeräumt, abgeklebt oder gekehrt. Was zählt, sind Abstand, ein abgesperrter Zugang und gute Angaben für die Glaserei.

Gefahr von oben richtig einschätzen
Bei Glasdächern liegt das Risiko in der Höhe. Gebrochene Scheiben können sich lösen, und Teile fallen bei Erschütterung oder Wind in den Raum. Betreten Sie den Raum unter der beschädigten Stelle nicht und halten Sie sich im Eingangsbereich oder im Nachbarraum auf.
Wichtig ist der Unterschied zwischen den Glasarten. Über Kopf gehört Verbundsicherheitsglas ins Dach. Es hält nach einem Bruch durch die Folie zusammen, die Teile hängen oft noch im Rahmen. Einscheiben-Sicherheitsglas zerfällt in Krümel und kann als Schauer herunterkommen. Mehr dazu im Ratgeber Verbundsicherheitsglas (VSG).
Auch bei scheinbar kleinen Schäden ist Zurückhaltung richtig. Ein Sprung in der oberen Scheibe einer Isolierverglasung bleibt oft lange unauffällig, die untere Scheibe trägt aber die Last. Beobachten Sie die Stelle aus dem Nachbarraum oder von der Tür aus mit Abstand und notieren Sie, ob sich der Sprung zwischen zwei Kontrollen verlängert hat.
Was von der Tür aus möglich ist
Sperren Sie den Zugang zum Raum unter der beschädigten Stelle ab, ohne ihn zu betreten.
Halten Sie Kinder und Tiere fern und schließen Sie die Tür zum Wintergarten, damit niemand versehentlich hineingeht. Möbel und Teppiche bleiben, wo sie sind. Ein Absperrband oder eine gespannte Schnur genügt, wenn beides gut sichtbar ist, und ein Zettel an der Tür erklärt den anderen im Haushalt, warum der Raum gesperrt bleibt.
Dringt Wasser ein, treten Sie nicht unter die beschädigte Stelle. Der Raum darunter bleibt leer, und es wird dort nichts aufgestellt. Wasser und Scherben nimmt die Glaserei ab. Bei Wasser an Steckdosen oder Leuchten bleiben Sie fern und holen eine Elektrofachkraft. Was Sie nicht erreichen, bleibt unberührt, denn Sicherheit geht vor Schadenbegrenzung.
Lieber eine Glaserei fragen? Rufen Sie an.01579 2842369
Was ausdrücklich der Glaserei vorbehalten bleibt
Betreten Sie das Glasdach nicht, auch nicht zum Abdecken. Glas trägt keine Personen, und ein vermeintlich heiles Feld kann brechen. Das Abdecken von außen mit Folie oder Planen verlangt Absturzsicherung und gehört zu den Arbeiten, die ein Betrieb mit geeigneter Ausrüstung erledigt. Ein Aufstieg von außen ist hier der falsche Weg.
Auch das Entfernen gebrochener Teile bleibt dem Betrieb überlassen. Scheiben auf Glasdächern sind in Dichtprofilen und Klemmleisten befestigt und stehen unter Spannung. Wer eine gebrochene Scheibe herauszieht oder Reste löst, riskiert Schnitte und einen Absturz. Auch von innen wird nichts am Glas angebracht, kein Band und keine Folie. Den Verschluss setzt die Glaserei, mehr zur Leistung unter Notverglasung.
Auf Dachflächen kommt oft eine Notabdeckung zum Einsatz, die Öffnungen provisorisch schließt, bis die endgültige Scheibe gefertigt ist. Ob und wie sie angebracht wird, hängt von Neigung, Zugang und Zustand des Rahmens ab. Das entscheidet der Betrieb vor Ort anhand dessen, was er am Dach vorfindet.
Angaben, die den Termin vorbereiten
Je genauer die Beschreibung, desto besser die Vorbereitung. Nennen Sie die Art des Daches, etwa Glasdach, Wintergarten oder Dachfenster, die ungefähre Größe der Felder, die Neigung und die Zugänglichkeit. Geben Sie an, ob Isolierglas oder Einfachglas verbaut ist und ob die Scheibe nur gesprungen oder durchgebrochen ist.
Hilfreich sind Typenschild, Stempel am Glasrand oder Unterlagen des Bauherrn. Haben Sie Fotos der Rahmenprofile und der Befestigung, zeigen Sie diese. Achten Sie darauf, dass kein Foto auf Kosten Ihrer Sicherheit entsteht. Gerüst oder Hubgerät können nötig sein, was der Betrieb abstimmt.
Wie es nach dem Anruf weitergeht, beschreibt die Seite Ablauf. Die Absprache über Termin und Aufmaß führen Sie danach mit dem Betrieb selbst, der Dachart und Zugang besser einschätzen kann als jede Ferndiagnose. Die Versicherung informieren Sie mit Fotos und einer Liste der betroffenen Felder.
Vor dem Anruf zum Glasdach
Zugang zum Raum unter dem Schaden absperren, den Raum nicht betreten.
Dach nicht betreten, nicht von außen hinaufklettern, nichts von innen abkleben.
Betroffene Felder aus Abstand fotografieren und mit Datum notieren.
Dachart, Größe der Felder und Neigung grob beschreiben.
Stempel am Glasrand nur fotografieren, wenn er ohne Betreten des Raums zu erkennen ist.
Antworten auf häufige Fragen
Soll ich ein gesprungenes Dachfeld abdecken oder abkleben?
Nein, weder von innen noch von außen. Von innen müssten Sie dafür unter das Feld treten, und ein Band verhindert nicht, dass sich Glas löst. Folie von außen aufzulegen ist riskant, weil Glas keine Last trägt, und gehört in die Hände von Fachleuten mit Absturzsicherung. Sperren Sie stattdessen den Zugang ab und beobachten Sie von der Tür aus. Ob und wie abgedeckt wird, entscheidet die Glaserei.
Was, wenn bei Regen Wasser eindringt?
Betreten Sie den Raum unter dem beschädigten Feld nicht und lassen Sie ihn leer, es wird dort nichts aufgestellt. Das Wasser nimmt die Glaserei ab. Feuchte Steckdosen und Leuchten bleiben tabu, eine Elektrofachkraft sieht sie sich später an. Die Glaserei klärt, wie das Dach vorläufig geschlossen wird, soweit der Zugang es erlaubt.
Wird nur die gebrochene Scheibe ersetzt?
Meist wird das betroffene Feld ausgetauscht, bei Isolierverglasung als komplette Einheit. Die Glaserei prüft Rahmen, Dichtprofile und Befestigung gleich mit, denn auch sie können beschädigt sein. Maße und Aufbau werden vor Ort aufgenommen, bevor die neue Scheibe gefertigt wird.